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Energie sparen, aber richtig!

Die rufe aus der Politik zum Energiesparen, in Privathaushalten und im Gewerbe/Industrie, werden immer lauter. Absenkung der Raumtemperatur,

Vorräume nicht beheizen und so weiter.

Diese Grund-Gedanken sind aus unserer Sicht als Sachverständige für Schäden an Gebäuden wichtig und richtig, haben aber bei falscher

Umsetzung teilweise fatalen Folgen. Mit der Erfahrung aus mehreren Tausend Schäden werden wir als Bauschadeninstitut hier in der kommenden

Serie von Beiträgen die notwendige fachliche Einordnung liefern und um es gleich vorweg zu nehmen: Das Einsparen von Energie ist in der

derzeitigen Situation der Energie-Knappheit herausragend wichtig. Jedoch wollen wir auch darauf hinweisen, dass es teilweise auf das Detail

ankommt, um einen großen Gebäude-Schaden zu vermeiden.

Heutiges Thema:

Absenkung der Raumtemperatur in privat genutzten Immobilien

Die Absenkung der Raumtemperatur auf 19 °C führt nach unserer Einschätzung, bei moderner Bauweise, zu einem geringen Schadenrisiko. Bei Altbauten ist jedoch immer das Risiko einer Schimmelbildung zu beachten. Hierauf werden wir in einem separaten Beiträge noch eingehen.

Nun ist es jedoch so, dass sich die meisten Menschen bei Temperaturen von 19°C und darunter nicht mehr wohl fühlen. Es wird dann nach anderen „Lösungen“ gesucht. Hier kommt dann beispielsweise das seit Jahren leer stehende Kinderzimmer oder das ungenutzte Gästezimmer auf den „Plan“. Dieses befindet sich sehr oft im Dachgeschoss des Hauses. Warum also nicht im Wohnzimmer und in den übrigen, ständig genutzten Räumen die Raumtemperatur bei angenehmen 21° lassen, und die „ungenutzten“ Räume ganz abstellen oder die Temperatur noch stärker reduzieren. „Dazu hat mein Thermostatventil doch den Stern, die Froststufe…“ hören wir dann ganz oft.

Das klingt zunächst plausibel, denn die Froststufe aktiviert den Heizkörper zumeist bei ca. 6-8 °C.

Aber: Gemessen wird diese Temperatur unmittelbar am Thermostatventil selbst.
Das fatale: Die Zuleitung zu diesen Heizkörpern befinden sich sehr oft im sogenannten Drempel des Gebäudes. Das ist der sich bildende Raum zwischen der Dachschräge und dem Fußboden, oft zugänglich durch eine kleine Luke.

Und hier herrschen meistens viel niedrigere Temperaturen als im Raum selbst. Zudem kommt bei älteren Gebäuden noch hinzu, dass die wasserführenden Leitungen oft sogar noch hinter der Dämmung, dass heißt von innen betrachtet „draußen“ liegen. Oft nur von einer dünnen Rohrisolierung ummantelt.
Solange das Wasser in diesen Leitungen zirkuliert, wenn der Raum beheizt wird, kommt es hier selten zu Schäden. Wird jedoch der Heizkörper in diesen Räumen jetzt zu niedrig eingestellt, im schlimmsten Fall ausgestellt oder aber auf die Frostschutzstufe, so kommt das Heizungswasser in diesen Leitungen zum stehen. Es ist dann nur noch eine Frage von Tagen bzw. Stunden, wann diese Leitung einfriert. Mit den fatalen Folgen eines Wasserschadens. Verstärkt wird dieser Effekt dann oft noch durch eisigen Sturm, der die kalte Luft in die Konstruktion treibt.

Ist in diesem Bereich des Drempels dann eventuell noch eine Trinkwasser-Leitung verlegt, dann können hier durch das Einfrieren und anschließende Auftauen sehr erhebliche Mengen Wasser austreten.

Die rufe aus der Politik zum Energiesparen, in Privathaushalten und im Gewerbe/Industrie, werden immer lauter. Absenkung der Raumtemperatur, Vorräume nicht beheizen und so weiter. Diese Grund-Gedanken sind aus unserer Sicht als Sachverständige für Schäden an Gebäuden wichtig und richtig, haben aber bei falscher Umsetzung teilweise fatalen Folgen. Mit der Erfahrung aus mehreren Tausend Schäden werden wir als Bauschadeninstitut hier in der kommenden Serie von Beiträgen die notwendige fachliche Einordnung liefern und um es gleich vorweg zu nehmen: Das Einsparen von Energie ist in der derzeitigen Situation der Energie-Knappheit herausragend wichtig. Jedoch wollen wir auch darauf hinweisen, dass es teilweise auf das Detail ankommt, um einen großen Gebäude-Schaden zu vermeiden.

Rat des Sachverständigen:

Eine starke Absenkung der Raum-Temperatur in ungenutzten Räumen sollte, besonders im Dachgeschoss, nur nach einer intensiven Prüfung des Leitungs-Verlaufes erfolgen, um Frost-Schäden am Leitungssystem und damit einhergehende Wasserschäden zu vermeiden. Fragen Sie bei Bedarf den Heizungs-Sanitär-Fachbetrieb Ihres Vertrauens.
Auf die Thematik „Schimmel“ gehen wir in einem der folgenden Beiträge ein.

 

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